Streit in EZB - Euro fällt

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Die nächste EZB Zinsentscheidung findet am 7. Mai 2009 statt und die EZB-Ratsmitglieder beginnen erneut ihr Katz- und Mausspiel wie vor der letzten Zinsentscheidung am 2. April 2009. Damals ist die große Mehrheit der Marktteilnehmer von einer Senkung des Leitzinses von 1,5% auf 1% ausgegangen.

Die EZB hat jedoch lediglich um 25 Basispunkte auf 1,25% gesenkt. Diesmal scheint die Lage unter den EZB-Ratsmitgliedern ein wenig verspannt zu sein. So kann sich der Chef der Deutschen Bundesbank, Axel Weber, Zinsen unterhalb der 1 Prozent Marke nicht vorstellen.

Der Vertreter der griechischen Zentralbank, Athanasios Orphanides, möchte sich jedoch gerne diese Option offen halten. Die Senkung um 25 Basispunkte auf 1 % bei der Sitzung im 7. Mai ist wohl zu 90% sicher, auch nachdem der Vertreter der belgischen Zentralbank, Guy Quaden, beim G7 Gipfel in Washington gesagt hat, man werde wahrscheinlich den Leitzins moderat senken.

Die große Unbekannte ist die Entscheidung zu sogenannten “unorthodoxen Maßnahmen” zur weiteren Erhöhung der Geldmenge im Euroraum. Die EZB ist die letzte große Zentralbank, welche solche Maßnahmen noch nicht anwendet. Amerikanische Fed, Bank von England, Schweizerische Nationalbank sowie Bank of Japan implementieren solche Maßnahmen bereits beispielsweise durch den Ankauf von Staatsanleihen.

10 Tage vor der EZB Zinsentscheidung geht man generell davon aus, dass die EZB ebenfalls unorthodoxe Maßnahmen implementiert, jedoch welche dies genau sein werden, lässt sich nicht prognostizieren. Sinnvoll wäre sicherlich, wenn die EZB Staatsanleihen von Ländern wie Griechenland, Spanien, Portugal oder Irland aufkaufen würde, da man so die Kreditkosten am Kapitalmarkt für diese Länder senken würde und man es gleichzeitig als eine geldpolitische Maßnahmen zur Verringerung der Haushaltsdefizite verkaufen könnte.

Das Problem ist, dass solche individuellen Regelungen eine Gerechtigkeitsdebatte in der EU-Öffentlichkeit auslösen könnten und die EZB in der Regel vermeidet spezifische Mitgliedstaaten hervorzuheben, sondern immer vom gesamten Währungsraum spricht.