Schweiz interveniert am Devisenmarkt

[22.03.2009]

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat Devisenmarkt interveniert, um den aus ihrer Sicht zu hoch bewerteten Schweizer Franken gegenüber dem Euro zu schwächen. Dies war die erste offizielle Intervention einer führenden Notenbank seit dem Jahre 2004. Damals hatte die Bank von Japan interveniert, um den Yen gegenüber dem US-Dollar abzuwerten.

Die Schweizer Notenbanker sehen sich aufgrund von deflationären Tendenzen und schlechten inländischen Konjunkturaussichten gezwungen am Devisenmarkt zu intervenieren. Eine schwächere inländische Währung solle Wirtschaft ankurbeln und Deflation bekämpfen. Die Volatilität, die durch das SNB-Statement in EUR/CHF verursacht wurde, war neuer Rekord.

Was mit EUR/CHF in Zukunft passieren wird, darüber kann man nur spekulieren, allerdings ist EUR/CHF nun im Blickpunkt von spekulativen Marktteilnehmern, was zwangsläufig weitere starke Schwankungen verursachen wird. In EUR/CHF ist derzeit vieles möglich: Ein weiterer Anstieg bis auf 1,6000 oder ein Test der Tiefs bei 1,4600 oder gar 1,4300. Die Schweizerische Nationalbank hat die Karten auf den Tisch gelegt und am Markt wird man nun voraussichtlich testen, ab welchen Kursniveaus interveniert wird.

Der Interventionseffekt wird verpuffen und die Aufwertung des Euro gegenüber dem Schweizer Franken zum Erliegen kommen. Wenn es sodann allmählich nach unten geht in EUR/CHF wird man den Schweizerischen Notenbank auf den Zahn fühlen. Die japanische Volkswirtschaft befindet sich vergleichsweise in einer weitaus schlechteren Verfassung als die Schweizer Wirtschaft, dennoch hat man sich in Japan mit Deviseninterventionen zurückgehalten.

Grundsätzlich ist für jede exportlastige Volkswirtschaft ein schwächerer inländischer Wechselkurs in der aktuelllen Lage von Vorteil. Wenn alle so vorgehen würden wie die Schweiz, würde sich die globale Finanzkrise weiter verschärfen.