Schweinegrippe auf Vormarsch

[26.04.2009]

Die Schweinegrippe aus Mexiko breitet sich weiter in Nordamerika aus. Nachdem in Mexiko bereits 80 Menschen dem tödlichen Schweinvirus zum Opfer gefallen sind, treten auch die ersten Fälle in den USA auf. Bis Sonntagabend gab es 20 bestätigte Fälle in den Vereinigten Staaten.

Daneben werden in Neuseeland zehn Schüler behandelt, die sich bei einem Mexiko Aufenthalt mit dem Virus eventuell angesteckt haben könnten. Erste Verdachtstfälle gibt es bereits in Frankreich und Spanien. Die EU und Deutschland treffen entsprechende Vorkehrungen. An deutschen Flughäfen würden ankommende Flugreisende mit Symptomen des Virus einem medizinischen Dienst zugewiesen und in Krankenhäuser gebracht.

Das Robert-Koch Institut arbeite eng mit den Entscheidungsträgern in den einzelnen Bundesländern zusammen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einer weltweiten Epidemie. Die Schweinegrippe sei besonders gefährlich, da sie direkt den Menschen infiziert. Eine besonders schnelle Ausbreitung sei möglich, weil das Immunsystem keine Zeit hatte Abwehrstoffe zu bilden. Es könne Wochen oder Monate dauern bis ein entsprechender Impfstoff bereit steht.

Bei der Schweingrippe handelt es sich um eine Kombination verschiedener Viren von Schwein, Vogel und Mensch. Es wird bereits darüber spekuliert, dass die WHO Reise- und Handelsbeschränkungen empfehlen könnte. Eine solche Empfehlung müsse sodann von den einzelnen WHO-Mitgliedstaaten umgesetzt werden. In Asien reagieren die Behörden mit besonderer Vorsicht aufgrund der Erfahrungen mit dem Vogelgrippevirus H5N1 und SARS.

An Flughäfen in Japan, Südkorea, Hongkong und Malaysia werden Reisende auf die Symptome der Schweinegrippe untersucht. In den USA schließt man ein Zusammenhang der Schweingrippe mit einem bio-terroristischen Anschlag aus. Präsident Barack Obama, der am 16. April 2009 in Mexiko Stadt mit Präsident Calderon zusammengetroffen war, sei nie in Gefahr gewesen. Die Inkubationszeit für eine Infektion sei lange vorbei.