Leitzins EZB im Fokus
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Der EZB Entscheidung bezüglich des Leitzins und unorthodoxen Maßnahmen kommt eine Schlüsselrolle zu. Wenn am kommenden Donnerstag die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main zusammentreten, geht es um viel mehr als die als sicher geltende Senkung des Leitzins der EZB um 25 Basispunkte von 1,25% auf 1,00%.
Die EZB wird gleichzeitig ihre Entscheidung bezüglich so genannter „unorthodoxer“ Maßnahmen verkünden. Unorthodoxe Maßnahmen (engl. „Quantitative Easing“) werden bereits in den USA, Japan, Großbritannien und der Schweiz eingesetzt. Die amerikanische Fed hat ihre Aktivitäten diesbezüglich im März 2009 weiter verstärkt und kauft Staatsanleihen, um die Zinsen im Hypothekenmarkt zu senken.
Finanziert wird das Ganze durch die Notenpresse einhergehend mit einer stark steigenden Bilanzsumme der Fed. Die Bank von England, Bank of Japan und Schweizerische Nationalbank setzen ähnliche Mittel ein. Nachdem die Leitzinsen in den USA auf 0-0,25%, in Japan auf 0,10%, in Großbritannien auf 0,50% und in der Schweiz auf 0,25% gesenkt wurden, kommt das geldpolitische Mittel der unorthodoxen Maßnahmen zum Einsatz.
Die Bundesregierung geht von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung in 2009 um 6% aus, einen Wert den Nachkriegs-Deutschland noch nicht gesehen hat. Dabei sind die Probleme in der Eurozone vielschichtig. So liegt in Spanien liegt die Arbeitslosenrate bereits bei 18 Prozent. An den Devisenmärkten steht eine weitere Euro Abwertung auf der Tagesordnung. Beim EZB Leitzins will man allerdings nicht unter 1,00 Prozent gehen.
Auswirkungen auf den Euro
Die Erwartungen sind hoch. Noch einmal wird man die EZB nicht gewähren lassen, nachdem beim Treffen im April 2009 der EZB Leitzins lediglich um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent gesenkt wurde und die Entscheidung bzgl. „unorthodoxen Maßnahmen“ auf das Mai Treffen vertagt hatte.
Die Europäische Gemeinschaftswährung wird dies zu spüren bekommen und eine weitere Abwertung gegenüber dem US-Dollar steht an. Das derzeitige Niveau bei 1,3300 erscheint deutlich zu hoch und eine Euro Abwertung würde insbesondere der exportlastigen deutschen Wirtschaft zu gute kommen.
Schaut man sich Modelle zur Bestimmung von Wechselkursen wie Kaufkraftparität an, so liegt ein fairer EUR/USD Kurs bei etwa 1,2000. Bis Ende Juni 2009 sollte der Bereich zwischen 1,2000-1,2500 erreicht werden.