Eurozone weiter in Gefahr
[22.03.2009]Die amerikanische Notenbank hat am Mittwoch beschlossen ihr Bilanzsumme um 1,15 Billion US-Dollar weiter zu erhöhen durch den Ankauf von Mortgage Backed Securities (750 Milliarden US-Dollar zusätzlich), den Kauf von Anleihen von Unternehmen, die vom Staat kontrolliert werden (100 Milliarden US-Dollar), sog. Agency Debt z.B. Fannie Mae, Freddie Mac, sowie den Kauf von langfristigen amerikanischen Staatsanleihen (300 Milliarden US-Dollar), sog. T-Notes und T-Bonds.
Um es anders auszudrücken: Die Fed druckt Geld, wie die Bank von England, die Schweizerische Nationalbank und die Bank of Japan. Die amerikanische Notenbank finanziert zu einem gewissen Teil das schuldenfinanzierte US-Konjunkturpaket in Höhe von 800 Milliarden US-Dollar mit, da sie nun auch US-Staatsanleihen kauft.
Die Eurozone befindet sich in einer sehr schwierigen Situation, da der starke Euro die Exportwirtschaft belastet und gleichzeitig die Kreditkosten für in Euro denominierte Kredite von Unternehmen und Verbrauchern in Osteuropa erhöht. Auf dem EU-Gipfel in Brüssel hat man reagiert, in dem der Krisenfonds für EU-Mitgliedsländer, die nicht den Euro eingeführt haben, von 25 auf 50 Milliarden Euro erhöht wurde.
Daneben werden an den Internationalen Währungsfonds zusätzlich 100 Milliarden US-Dollar transferiert. Man hat offensichtlich folgendes Vorgehen vereinbart, falls ein Land in Europa die Zahlungsunfähigkeit droht:
a) Handelt es sich um ein Land, welches den Euro eingeführt hat (z.B. Irland, Griechenland), greift die EZB ein.
b) Wenn es sich um ein EU-Land handelt, welches nicht den Euro eingeführt hat (z.B. Ungarn, Rumänien, Lettland), kommt der 50 Milliarden Euro Krisenfonds zum Einsatz.
c) Ist ein Nicht EU-Mitgliedsland betroffen (evtl. erneut die Ukraine), möchte man den Internationalen Währungsfonds einsetzen.