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Türkische Lira und Türkei auf Wachstumspfad

Die Türkei mit der Landeswährung Türkische Lira gehört zu der so genannten Mini-BRIC Gruppe. Als BRIC bezeichnet man die mit Abstand größten aufstrebenden Volkswirtschaft Brasilien, Russland, Indien und China.

Sowohl gemessen an der Bevölkerungszahl der BRIC-Staaten von ca. 2,5 Milliarden Menschen als auch an der Wirtschaftsleistung gibt es keine vergleichbare Staatengruppe. China wird demnächst Japan als zweitgrößte Volkswirtschaft ablösen.

Die Türkei als aufstrebende Volkswirtschaft lässt sich in eine Mini-BRIC Ländergruppe zusammen mit Indonesien, Nigeria und Mexiko einordnen. Hierbei handelt es sich ebenfalls um aufstrebende Volkswirtschaften jedoch mit deutlich kleineren Bevölkerungszahlen und Wirtschaftsleistung. Die Bevölkerungszahlen der einzelnen Mini-BRIC Staaten liegt zwischen 70-160 Millionen.

Türkische Lira profitiert von Direktinvestitionen

Da die BRIC-Staaten nach der Finanzkrise 2008/2009 sehr stark ausländisches Kapital angezogen haben und in einzelnen Ländern wie China von Immobilienblasen die Rede ist, könnte die Mini-BRIC Gruppe durchaus in den nächsten Jahren davon profitieren und einen deutlichen Anstieg bei ausländischen Portfolio- und Direktinvestitionen verzeichnen.

Für die Türkei und ihre Währung Lira Türkische bedeutet dies weiteres Aufwertungspotential. Mittelfristig sind Kursniveaus des Euro zu Türkische Lira unter 2,00 wahrscheinlich. Die Türkische Lira wird im Devisenhandel durch TRY abgekürzt, der Euro mit EUR. Das Währungspaar ist durch EUR/TRY gekennzeichnet.

Im Laufe der Finanzkrise 2008/09 konnte der Euro gegenüber der Lira aus der Türkei aufwerten, da er im Vergleich zur Türkische Lira als die sichere- und stabilerer Währung gilt. Seit Ende November 2009 hat jedoch eine Abwärtsbewegung beim EUR/TRY Wechselkurs eingesetzt, welche in 2010 unvermindert andauert.

Türkische Reformpolitik positiv für Lira

Das Wirtschaftswachstum der Türkei gewinnt in Europa und Vorderasien an Bedeutung. Mittel- bis langfristig entsteht mit der Türkei eine neue, regionale Wirtschaftsmacht im Raum Naher Osten - Südosteuropa. Die Türkische Lira zum Euro sollte weiter aufwerten, wenn die Türkei an dem politischen- und wirtschaftlichen Reform- und Modernisierungskurs festhält.

Ein Beitritt zur Europäischen Union würde den wirtschaftlichen Aufstieg sicherlich beschleunigen, allerdings sollte man sich in der Türkei nicht zu viel davon versprechen. Daneben bestehen weiterhin politische Vorbehalte gegen eine EU-Mitgliedschaft der Türkei hauptsächlich in konservativen Teilen Kerneuropas.

Diese Vorbehalten kann die Türkei am besten durch ein beschleunigtes Reformtempo und der strikten Einhaltung der Menschenrechte insbesondere in Zusammenhang mit der kurdischen Bevölkerungsminderheit entkräften.